top of page

Ethische Orientierung ohne Moralkeule – Wie Organisationen Haltung zeigen können

18. Juni 2025
2 Min. Lesezeit

Im letzten Beitrag haben wir das Menschenbild hinter PE beleuchtet.

Heute schauen wir darauf, wie ethische Orientierung konkret in die PE-Praxis einfließen kann – ohne belehrend zu wirken oder Prozesse zu lähmen.



Ethik ist kein Regelwerk – sondern gelebte Haltung

Viele Organisationen schrecken vor ethischen Fragen zurück, weil sie glauben, es gehe um zusätzliche Regeln oder um moralische Bewertungen. Doch wie Stefanie Ertel zeigt, ist Ethik in der PE keine Frage von Vorschriften, sondern eine Frage von Aufmerksamkeit und Verantwortung.


Es geht nicht darum, richtig oder falsch zu markieren. Sondern darum:


  • Spannungsfelder bewusst zu machen,

  • Handlungsfolgen zu reflektieren,

  • und Entwicklung nicht nur funktional, sondern menschenwürdig zu gestalten.




Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Unternehmen führte ein PE-Programm für Rückkehrende aus Elternzeit ein. Ziel: Wiedereinstieg erleichtern. Gut gemeint – aber die Zielgruppe fühlte sich bevormundet: „Warum braucht es ein Sonderprogramm für uns? Wir wollen nicht betreut, sondern normal behandelt werden.“


Nach einem offenen Austausch wurde das Programm neu konzipiert – nicht mehr als Reintegrationsmaßnahme, sondern als Dialogangebot auf Augenhöhe. Die Inhalte wurden gemeinsam mit Betroffenen gestaltet, Beteiligung war freiwillig. Das Ergebnis: höhere Akzeptanz, echte Resonanz, spürbare Wirkung.


Die Botschaft: Ethik braucht keine Symbolpolitik – sie braucht Zuhören, Reflexion und Konsequenz.



Wie Organisationen Haltung zeigen können

Ertel schlägt vor, ethische Orientierung als festen Bestandteil der PE zu verankern – nicht durch ein Ethik-Manual, sondern durch Fragen wie:


  • Ist diese Maßnahme anschlussfähig an unterschiedliche Lebenslagen?

  • Was ist das implizite Ziel – und ist es vertretbar?

  • Wer profitiert – und wer trägt welche Last?



HR kann so zum Impulsgeber für Qualität werden, nicht nur für Effizienz. Das erfordert keine großen Kampagnen – sondern den Mut, Fragen zuzulassen, wo man sonst einfach umsetzt.


Im nächsten und letzten Beitrag der Serie zeigen wir, warum Ethik nicht nur eine Frage der Moral ist – sondern der organisationalen Reife.



Quelle: Basierend auf Kapitel 6 „Ethik“ von Stefanie Ertel im Handbuch Personalentwicklung (2022).

 
 
  • LinkedIn
  • YouTube

Kostenlose Ressourcen

Publikationen

© 2025 Prof. Dr. Jürgen Radel - HTW Berlin

Pictures © by Alexander Rentsch

Datenschutz

Impressum

Impressum

bottom of page